Warum muss auf Pfefferspray immer stehen, dass es nur der Tierabwehr dient?

Das hat waffenrechtliche Gründe.

Gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 2 a) des Waffengesetzes gelten auch Gegenstände als Waffen, „die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen“. Abschnitt 1, Unterabschnitt 2, Nr. 1.2.2 der Anlage 1 zum WaffG fasst unter diese Gegenstände auch Pfeffersprays, bezeichnet als „Reizstoffsprühgeräte“.

Für Waffen gelten die strikten Vorgaben des Waffengesetzes, einschließlich der Notwendigkeit einer behördlichen Erlaubnis. Und dies will der Hersteller natürlich vermeiden, weil der Erwerb des Sprays für seine Kunden sonst uninteressant wird.

Damit Pfefferspray nicht als Waffe gilt, muss also sichergestellt sein, dass dieses nicht dazu bestimmt ist, gegen Menschen eingesetzt zu werden. Die Bestimmung legt der Hersteller selber fest – und er sucht sich eben die Tierabwehr aus. Welche konkreten Bedrohungen die Kunden im Auge haben, ist insofern nicht relevant. Allerdings darf derjenige, der sich mit einem Pfefferspray bewaffnet, dieses auch nur mit der Absicht der Verwendung gegen Tiere bei sich führen.

Eine ganz andere Frage ist aber, ob das Pfefferspray in Notwehr gegen Menschen eingesetzt werden darf.

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